Von cybelle um 21:05
Les Saintes - Ein Mini-Archipel vor der Küste Guadeloupes:

Ein bis zwei Tage sollten Guadeloupe-Touristen für einen Besuch der Inselgruppe Les Saintes reservieren. Nur fünfzehn Kilometer trennen das Mini-Archipel von der Südspitze Guadeloupes.
Les Saintes verfügen über kleine Buchten mit Sandstränden, besonders schön ist die Baie de Pompierre. Es gibt malerische Dörfer und ein paar Aussichtspunkte, die zu erklimmen sich lohnt. Im Fort Napoléon, einer richtigen Festung, die man auf so kleinen Inselchen nicht erwarten würde, befindet sich ein Museum. Die Führungen sind kostenlos. Tagestouristen besuchen in der Regel nur die Hauptinsel Terre-de-Haut und bringen tagsüber etwas Betrieb. Völlige Ruhe findet man auf der zweitgrössten, ebenfalls bewohnten Insel Terre-de-Bas.
Die rund 3000 Einheimischen stammen von bretonischen und normannischen Seeleuten ab, die meisten sind daher blond und hellhäutig. Die Familien bildeten seit je eine geschlossene Gemeinschaft und haben immer wieder untereinander geheiratet. Die Saintois waren immer Fischer und Schiffbauer, keine Bauern. Für Landwirtschaft ist auf den Inseln kein Platz, Ackerflächen gibt es nicht. Die Saintois hielten sich deswegen auch kaum Sklaven.
Reger Schiffsverkehr
Wenn abends die letzte Fähre abgelegt hat, kehrt wunderbare Ruhe ein. Den Reisenden stehen ein paar kleine Hotels und Restaurants zur Verfügung. Die Fähren verkehren zwischen Trois-Rivières und dem Hauptinselchen Terre-des-Hautes. Zusätzliche Boote fahren saisonal ab Pointe-à-Pitre, Sainte-Anne und Saint-François. Ab und zu verkehrt auch die Fähre, die Guadeloupe mit den Nachbarinseln Dominica und Martinique verbindet, über Les Saintes.
Von cybelle um 17:30
Da muss schon ein Fremder kommen: Er hat einen kleinen Fehler entdeckt - und bemerkt, dass er nach Jahren noch nicht korrigiert worden ist. Und mich so daran erinnert, dass ich hier noch eine offene Baustelle habe. Da tummelt man sich auf Social Media und vernachlässigt dabei das eigene Tagebuch. Nun denn, @Raven: Vorsatz gefasst, es soll wieder weitergehen.
Abstauben und dann los!
Von cybelle um 19:12
Claudia Mast, Professorin für Kommunikationswissenschaft und Journalistik an der Stuttgarter Universität Hohenheim, präsentierte in Zürich zum ersten Mal die Resultate einer Umfrage unter 86 deutschen Chefredaktoren vom Dezember 2006.
Demnach halten 85,8 Prozent der Befragten die Tageszeitung nach wie vor für den Markenkern. 53,6 Prozent finden zudem, sie bleibe das aktuelle Leitmedium. 70,9 Prozent glauben, dass sie mit mobilen Angeboten ergänzt werden müsse. Jedoch rechnen nur 12,8 Prozent damit, dass in ferner Zukunft - etwa in zehn Jahren - elektronische und mobile Formen die gedruckten Ausgaben verdrängt haben werden.
Professor Mast führte aus, dass sich die Denkmodelle im Journalismus ändern müssen. Künftig stehe das Thema einer Geschichte im Vordergrund. Daraus ergebe sich, für welche Zielgruppe der Inhalt interessant sei und welches Medium zur Verbreitung gewählt werden müsse. Die Kernkompetenz der gedruckten Zeitungen bewege sich weg von Information hin zur Erklärung des Geschehens, zur Wissensvermittlung. Zeitungen seien Push-Medien, die den Lesern Überraschungen bieten und sie mit Gesprächsstoff beliefern könnten. Journalisten seien künftig weniger Chronisten als Erklärer der Tagesaktualitäten.
Von cybelle um 09:25
Eine beliebte Frage bei Gesellschaftsspielen lautet: «Mit wem möchten Sie nie im Lift stecken bleiben?» Man nennt den lärmenden Politiker, die keifende Nachbarin oder Usama bin Ladin. Aber eigentlich möchte man überhaupt nicht stecken bleiben, sondern möglichst rasch ans Ziel kommen. Das wird jetzt möglicherweise anders. Damit man in Aufzügen nicht nur seine Schuhspitzen betrachten muss, gibt es Panels mit Internetanschluss, die im 10-Sekunden-Takt Nachrichten aus aller Welt übermitteln. Geliefert werden die Meldungen von Agenturen- und Web-Content-Providern. Neben News werden auch Börsenkurse, Wetterprognosen, Stau-Reports und Sportresultate verbreitet. Noch sind die Meldungen lautlos. Das Gerangel um die strategisch günstigen Plätze in den engen Kabinen ist vorprogrammiert.
Jetzt sollen wie beim Web-TV Entertaining-Programme über die Flachbildschirme laufen und die Nachrichten akustisch ergänzt werden. Wo früher eine sanfte Frauenstimme «27. Etage» säuselte oder Easy-Listening-Klänge das Ohr belästigten, werden neu harte Fakten verbreitet. So wird man in über 1000 Hotel- und Bürotürmen auf dem Transfer nach oben oder nach unten informiert. Selbst den Weltuntergang würde man nicht verpassen. Live am Bildschirm kann man Kriegsausbrüche, Katastrophen und Fussballspiele mitverfolgen, kommentiert von der Liftstimme: «Die USA haben zu einem Gegenschlag gegen vermutete Terroristennester in - Dingdong! 53. Etage - ausgeholt.»
An der spannendsten Stelle aussteigen? Unmöglich! So fährt man halt, um die Nachricht zu Ende zu hören, in der schwebenden Sardinendose noch ein paar Etagen weiter, und wenn das nicht reicht, nochmals in die Lobby hinunter. Doch ein Nachteil bleibt: Wenn der Lift wegen Stromausfalls stecken bleibt, bleibt auch der Panel dunkel. No news, good news!
Von cybelle um 15:37
Diese Diskussion nimmt kein Ende: Sind Bücher Kulturgut oder Handelsware? Müssen die Preise dem freien Markt gehorchen oder soll der Staat mittels Preisbindung eingreifen?
Überleben, heisst es auf
kulturblog.ch, werden jene Buchhändler und Verleger, die gute Ideen haben - und nicht jene, die ihre Zeit damit vergeuden, für vorgeschriebene Preise zu kämpfen. Dies rief den Präsidenten der Buchhändler und Buchverleger auf den Plan.
Denn: So einfach ist die Sache nicht. Ob fester Buchpreis oder nicht, kann nur der Bundesrat entscheiden. Und der hat möglicherweise auch dringendere Geschäfte zu erledigen... ;-)
Von cybelle um 15:29
Es ist Ferienzeit. Für meine Reise über den grossen Teich packe ich dieses Mal auch meinen Laptop ein. Denn seit die Flugzeugherstellerin Boeing ein neues System zur Internetverbindung entwickelt hat, die beinahe ADSL- Geschwindigkeit erreicht, gilt es Ernst mit der grenzenlosen Freiheit über den Wolken. So dachte ich wenigstens. Doch just zum Ferienbeginn wurden die Verbindungen wieder gekappt. Eine Probephase sei es gewesen, man habe die Akzeptanz der Passagiere testen wollen, so ein Pressecommuniqué der British Airways.
Auch bei der Lufthansa hat man die «Connexion by Boeing» rechtzeitig vor dem Ansturm der Langstrecken- Urlauber wieder abgestellt. Angeblich wurde ein Funkloch über Grönland geortet, das noch geschlossen werden müsse; die Antennen auf dem Flugzeugdach waren ungeeignet, um Funksignale der Satelliten zu empfangen.
Merkwürdige Gründe, denn die demoskopische Vielfalt der Sommer-Reisenden wäre eine ideale Test-Umgebung gewesen. Gilt es doch herauszufinden, ob ausser den Krawattenträgern, die ohnehin bei jeder Gelegenheit ihre nervösen Finger über Tastaturen gleiten lassen, auch die Freizeitsurfer Interesse an einer dauerhaften Verbindung zum Festland haben.
Nun erreicht uns die Nachricht, dass die Tests dennoch erfolgreich verlaufen seien und die Langstreckenflugzeuge der beteiligten Fluggesellschaften ab Anfang 2004 mit der Internet-Technologie ausgerüstet werden. Der Streitpunkt liegt noch - wen wundert's - beim Geld. 30 Dollar soll der Pauschalpreis pro Flug kosten, diktiert die Herstellerin, und sie will davon auch gleich die Hälfte für sich abzweigen. Billiger ist das Konkurrenzprodukt der Firma Verizon, die sich vorläufig noch mit 5 bis 10 Dollar pro Flug begnügt. Deren «JetConnect», zurzeit von amerikanischen Fluggesellschaften eingesetzt, läuft über ein speziell entwickeltes Telefonnetz, welches den Flugfunk nicht stört. Dafür bekomme ich aber nur ausgesuchte Dienste wie Börsenkurse und Wetterberichte angeboten, eine Anbindung ans World Wide Web ist nicht vorgesehen. Immerhin kann ich SMS und E-Mails versenden.
So kann ich nun doch, wie geplant, die Kollegen zu Hause permanent mit detaillierten Reiseschilderungen ärgern.
Von cybelle um 17:37
Sie sieht aus wie eine hellblaue Telefonzelle, doch die Wände sind blickdicht und mit einem fetten Logo versehen: Die Kabine beherbergt eine schicke Toilette, Lavabo und Breitband-Internetanschluss. Doch damit nicht genug: Im Sockel der Waschanlage ist ein veritabler Windows-Rechner integriert, sechs Kanäle versorgen das Kabäuschen mit Sound und geben der Besucherin das Gefühl, als Königin im Thronsaal zu sitzen. Alles ist äusserst benutzerfreundlich. Man braucht sich vor, während oder nach der Erledigung des Geschäfts bloss leicht zu drehen, den Flachbildschirm an der Wand auszurichten, die drahtlose Tastatur auf den Schoss zu heben und loszusurfen.
Während man im Mutterhaus noch von einem Scherz sprach, beteuerten Sprecher des britischen Ablegers von Microsoft die Ernsthaftigkeit des Projekts. Das iLoo entspreche dem britischen Humor - Monty Python würde das Ding allerdings flugs zur Rakete umbauen - und den angelsächsischen Lesegewohnheiten. Schon jetzt verbrächten die Briten viel mehr Zeit im «Häuschen» als ihre kontinentalen Mitmenschen. Das sind heitere Aussichten. Schon bald werden ein paar Prototypen an einem Rockfestival getestet werden. Damit es jenen, die draussen Schlange stehen, nicht zu langweilig wird, gibt es einen Aussen-Bildschirm und ein mit Silizium geschütztes, gegen Regen resistentes Keyboard. Zum Zeitvertreib kann man die Insassen per E-Mail auffordern, zu spülen und zu einem Ende zu kommen.
Ein Problem gibt es noch: Da das neue Gadget portabel ist, könnten Diebe das Häuschen samt der teuren Hardware ganz einfach abtransportieren. Hier könnte sich die Not der Wartenden als Glücksfall erweisen. Denn der ebenfalls legendäre britische Konsum von Bitter Ale und Guinness Stout wird seine Wirkung tun. Ein starker Drang macht unzimperlich, und die Rückwand des Kabäuschens bietet sich als Pissoir geradezu an. Somit könnte, dank der Duftmarke, allfälligen Gaunern das Handwerk vermiest werden. Die Hardware ist dabei nicht gefährdet: Sie ist wasserdicht abgedeckt.